Mein Herz geht raus an alle, die sich "unperfekt" fühlen
- djqigong

- 4. Mai
- 2 Min. Lesezeit
In einer Welt, die uns täglich zeigt: sei stärker, sei schöner, was auch immer dieses „schön“ ist, sei besonders, werde ich nachdenklich. Was ist es eigentlich, das mich daran stört? Und wann haben wir begonnen zu glauben, dass das Unperfekte nicht mehr genug ist? Was ist, wenn uns zu viel Licht blendet? Brauchen wir dann nicht auch den Schatten, um wieder klar zu sehen?
So viel Optimierung. So viele Bilder davon, wie man sein sollte.
Und ja, ich sehe auch, was dabei verloren geht. Und ich bin satt davon.
Ich erinnere mich an eine andere Zeit.
An Bewegung, die leicht war. An Körper, die einfach da sein durften.
An Menschen, die gut waren in dem, was sie taten, ohne perfekt wirken zu müssen.
Heute entscheide ich mich bewusster.
Nicht gegen Entwicklung, sondern gegen den Druck, jemand sein zu müssen, der ich nicht bin.
I wish you looked inside yourself and saw what’s true
In your own truth to honor what is strange
And then your peace is born, your inner change
Embrace yourself, your life, the world you’re in
Small circles open space where greater things begin (Text von Musikstück von Doris Jungbauer und Wolfgang Bründlinger)
Ich glaube, es ist gesünder, für mich und für diese Welt, wenn wir wieder ein Stück natürlicher werden.
Ehrlicher. Ruhiger. Verbundener.
Vielleicht beginnt Veränderung nicht im Großen.
Sondern in diesen kleinen Momenten, in denen wir uns selbst erlauben, Eitelkeiten loszulassen, echt zu sein.
Ein bisschen mehr Wahrhaftigkeit hier,
ein bisschen mehr Sanftheit da,
und etwas beginnt sich zu bewegen. Eine sanfte, ehrliche Welle die sich um den Erdball bewegt.
Ich möchte den Menschen Raum geben,
die Ehrlichkeit mit sich selbst suchen, im Können und im Nicht-Können.
Die fühlen, zweifeln, wachsen.
Die nicht perfekt sind und genau darin ihren Weg finden.
Denn bei sich selbst anzukommen verändert nicht nur das eigene Leben,
sondern auch das Miteinander.
Und vielleicht ist genau das die leise Veränderung, die wir brauchen.
Den Text habe ich schon lange geschrieben, aber irgendwie nie gepostet.
Gestern war ich in einem Workshop, in einem Yogastudio hier in Linz.
Der Raum war wunderschön. Und ich habe gemerkt, wie mich das gleichzeitig berührt und auch ein wenig ablenkt.
Das Auge isst mit, sagt man. Und doch frage ich mich:
Geht es nicht noch mehr um das innere Sehen?
Um den Blick nach innen, in diese eigene Landschaft. Nennen wir sie „Ich“, „Leben“ oder „Natur“.
Ich genieße schöne Räume, wirklich.
Und gleichzeitig spüre ich, wie wichtig auch das Unperfekte ist.
Ein bisschen „Dreck“, ein bisschen Einfachheit.
Weniger Ablenkung, mehr Essenz.
Vielleicht braucht genau das die Balance.
Der Workshop war übrigens großartig, humorvoll, tief-gehend, lebendig.
Eine besondere Mischung aus Qigong und Yoga.
Danke an Jang-Ho Kim! Ich komme gerne wieder!
Seine Gedanke haben mich wieder an diesen Text erinnert, und ich habe beschlossen den Blog endlich zu schreiben.
Und versteht mich nicht falsch, das soll hier keine Bewertung sein, ich denke nach, horche auf meine Gedanken und huldige das Unperfekte aber auch das Perfekte, ich huldige beides, weil ich Polarität liebe.
Ich wünsch euch einen perfekten, unperfekten Tag! :-)
Hier noch was zum Nachdenken:
Was ist, wenn uns zu viel Licht blendet, sollten wir dann nicht auch dem Schatten wieder Raum geben?



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