Nachdenklich innehalten und Teile von sich sichtbar machen
- djqigong

- 21. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Vor Jahren saß ich in der Rheumaambulanz, mit wandernden Schmerzen. Schulter, Knie, Handgelenke, Finger, Kiefer. Irgendwie überall.
Neben mir saß ein älterer Mann. Seine Hand war geschwollen, der Schmerz war sichtbar.Er wirkte verzweifelt. Am Vortag war noch alles unauffällig gewesen.Für ihn war es der erste Termin. Für mich nicht.

Ich kannte diesen Schmerz.Ich habe mit ihm gesprochen und versucht, ihm etwas Ruhe zu geben. Vielleicht auch, weil ich wusste, wie sich dieser Moment anfühlt.
Ziehend, brennend, stechend, konstant oder punktuell. Schmerz hat viele Formen. Mit der Zeit lernt man, sie zu unterscheiden.
Ich habe Rheuma, chronische Polyarthritis. Und ich musste akzeptieren, dass medizinische Begleitung notwendig ist.
Abhängigkeit fiel mir schwer. Ich wollte keine Medikamente brauchen. Ich war jung und fühlte mich krank. Das hat etwas mit mir gemacht.
Gleichzeitig wurde mir klar, dass es für mich nicht ausreicht, den Schmerz nur zu dämpfen.Die Aussicht auf steigende Dosierungen, keine Heilung und eine begrenzte Perspektive haben mich nachdenklich, und haben mir Angst, gemacht.
„So lange hält die Leber das Medikament ungefähr aus“, hat man mir gesagt.Das war kein Schock. Es war eine nüchterne Feststellung.
Und sie hat etwas in mir in Bewegung gebracht.
Was passiert, wenn nichts mehr wirkt? Wie lange ein Leben dauert, weiß niemand. Aber damals haben sich 23 Jahre nicht lange genug, angefühlt.
Ich habe begonnen, meine Erkrankung zu hinterfragen.Zuerst körperlich, dann psychisch und schließlich ganzheitlich.
Ich wollte verstehen. Und ich wollte Verantwortung übernehmen.
Ich habe mich mit TCM beschäftigt, Qigong gelernt, meine Ernährung verändert und eine Coaching-Ausbildung gemacht.Ich habe mich Schritt für Schritt zurück in meine Gesundheit entwickelt und begleite heute Menschen, die diesen Weg für sich selbst gehen möchten.
Dieser Weg dauert immer noch an. Aber er fühlt sich nicht mehr wie Arbeit an.Er ist Teil meines Lebens geworden.
Mein Blick hat sich verändert. Gesundheit ist für mich keine Aufgabe mehr, sondern eine Haltung.Und ich hätte mir gewünscht, das früher zu verstehen.
Die Erkrankung ist nicht verschwunden. Aber sie ist leise geworden.Ich habe kaum Schmerzen und ein gutes Gespür dafür entwickelt, was mir gut tut.
Wie andere das bewerten, ist für mich nicht mehr entscheidend.
Selbstoptimierung bedeutet für mich heute vor allem, gesund zu bleiben.Im Denken, im Handeln und im Umgang mit mir selbst.
Gesund zu leben heißt für mich auch, mich nicht zu verlieren.Weder in äußeren Erwartungen noch in materiellen Dingen.
Ich versuche, so zu leben, wie es sich für mich stimmig anfühlt.So ehrlich wie möglich.
Das ist nicht immer einfach.
Gesundheit bedeutet für mich, mein Leben bewusst zu leben.Ohne Zwang. Ohne den Druck, etwas darstellen zu müssen.
Gelassenheit ist dabei zu einem wichtigen Anker geworden.Und Geduld bleibt eine tägliche Übung.
Ruhe, Atmen, Bewegung, gutes Essen, Natur, Schlaf.Nicht alles zu ernst nehmen. In Bewegung bleiben. Immer wieder neu anfangen.
Und auch andere daran erinnern, dass Veränderung möglich ist.
Mein Impuls für dich, unabhängig davon, wo du gerade stehst: Stressresilienz.
Denn wir alle bewegen uns in denselben Dynamiken.
Und wenn du bereits krank bist, dann beginne.
Leise, in deinem Tempo, aber bewusst.
Nimm deine Gesundheit an die Hand und übernimm die Führung für dein eigenes Leben.
Gesund zu sein ist kein Dauerzustand, sondern ein Gleichgewicht.
Und dieses Gleichgewicht braucht deine Aufmerksamkeit, lange bevor es kippt.
Alles beginnt damit, sich selbst ernst zu nehmen!
Folgende Fragestellung stelle ich für euch, aber auch für mich selbst:
Spüre in dich hinein: Was möchtest du nicht mehr tragen?
Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du dich selbst wirklich ernst nimmst?
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