Lebenspflege
Liebe Leute,
was mich heute beschäftigt: Wie tief kann man in gewisse Themen eintauchen und was kann man von anderen erwarten?
Heute sitze ich am See und lasse die Herbstsonne in mein Gesicht scheinen. Es gibt nichts Schöneres als diese sanft wärmenden Strahlen des Spätsommers.
Ich sitze da und reflektiere die vergangenen Tage. Was beschäftigt mich wirklich? Was gehört dringend angesehen? Was möchte ich mitnehmen und was darf ich loslassen?
Ich schaffe Ordnung.
Viele Themen ziehen durch meine Gedankenwelt. Doch immer wieder lande ich beim täglichen sozialen Umgang miteinander.

Wie viel verstehen wir wirklich? Und wie viel wollen wir eigentlich verstanden werden?
Viele von uns sind gerade mit sehr vielen Themen konfrontiert. Unsere globale Welt ist herausfordernd und ja, wir können uns nicht alles zu Herzen nehmen. Wir müssen manches im Alltag ausblenden, sonst würden wir daran zerbrechen.
Aber eines sollten wir uns zu Herzen nehmen:
Wie gehen wir mit uns selbst und mit anderen um?
Verantwortung für mich selbst, was bedeutet das?
Und Verantwortung für andere, was bedeutet das?
Gibt es eine natürliche Rangordnung?
Wo komme ich selbst? Wo meine Liebsten? Wo meine selbst gewählte Familie? Und wo alle anderen?
Und wie wirkt sich meine Haltung dem anderen gegenüber auf das große Ganze aus?
Vielleicht beginnt diese Ordnung viel tiefer, bei unseren eigenen Bedürfnissen.
Was sind meine Bedürfnisse eigentlich?
Kommen sie wirklich aus meinem Innersten oder wurden sie irgendwann geprägt durch Erziehung, Verletzungen, Angst, Vergleiche und das, was uns die Gesellschaft als wichtig vermittelt?
Ein Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit, Zugehörigkeit, Freiheit, Bewegung, Nahrung, Ruhe oder danach, gesehen und gehört zu werden, ist etwas anderes als das Bedürfnis, mehr zu besitzen, besser zu sein, Recht zu haben oder mit anderen verglichen zu werden.
Vielleicht verlieren wir genau dort unsere innere Ordnung?
Wenn das Äußere immer lauter wird, wird das Innere immer schwerer hörbar.
Dann orientieren wir uns nicht mehr daran, was uns und anderen wirklich guttut, sondern daran, was wir erreichen, besitzen oder darstellen wollen.
Vielleicht kann eine natürliche Rangordnung nur entstehen, wenn wir wieder lernen, nach innen zu hören?
Nicht jedes Gefühl ist ein Bedürfnis. Nicht jeder Wunsch kommt aus unserer Tiefe. Und nicht jede Verletzung muss unser Handeln bestimmen.
Gemeint ist, wenn ich mich selbst ehrlich beobachte, kann ich vielleicht erkennen:
Was brauche ich wirklich?
Was nährt mich?
Was macht mich lebendig?
Was verletzt mich?
Was lässt mich in meine Kraft kommen?
Und was davon ist vielleicht nur eine alte Struktur, die ich übernommen habe?
Dann würde Verantwortung genau dort beginnen.
Bei mir.
Denn wenn ich meine eigene innere Landschaft nicht kenne, wie kann ich die Bedürfnisse eines anderen wirklich sehen?
Vielleicht ist die natürliche Rangordnung gar nicht die Frage: Wer oder was ist wichtiger?
Sondern:
Was braucht dieser Moment?
Was braucht der Mensch?
Was braucht das Leben?
Wenn wir Menschen wieder spüren würden, dass wir Teil des großen Ganzen sind, dass wir Natur sind und unsere innere Landschaft mit der äußeren verbunden ist, würde vielleicht auch etwas in unserem Zusammenleben wieder in Bewegung kommen.
Denn Stillstand, Stagnation und Krankheit entstehen nicht nur irgendwo draußen.
Sie beginnen auch in uns.
Wir schauen heute oft nicht mehr mit unseren eigenen Augen nach außen. Andere erzählen uns, wie die Welt ist. Soziale Netzwerke, Fernsehen und all die Bilder um uns herum geben uns ihre Realität.
Vielleicht sollten wir wieder genauer hinschauen.
Mit Demut.
Unseren kleinen Platz erkennen und ihn pflegen. Unsere Gesundheit, unseren Körper, unsere innere Landschaft.
Zuhören. Ehrlich sein. Für unsere Nächsten einstehen. Energien wahrnehmen und uns abgrenzen, wenn es notwendig ist.
Und dabei nicht vergessen:
Auch ich bin Teil des Systems.
Nicht nur die anderen sind Teil des Problems.
Auch ich.
Das macht manchmal Angst. Aber vielleicht liegt genau darin auch die Möglichkeit, etwas zu verändern.
Was ich mir wünsche:
Ich wünsche mir eine Oase für uns.
Einen Ort der Begegnung mit unserer Natur, aber auch mit unserem Chaos.
Eine Oase, in der wir uns ehrlich begegnen. Respektvoll. Offen. Auffangend.
Denn vielleicht beginnen Veränderungen nicht dort, wo wir den anderen verändern wollen.
Vielleicht beginnen sie bei uns selbst.
Wenn wir in unsere eigene Tiefe schauen, begegnet uns dort vielleicht sogar der Dämon des Gegenübers. Und vielleicht stellen wir fest, dass auch wir einen Anteil daran haben.
Und vielleicht kann sich genau dann ein Bild des Schreckens langsam in ein Bild des Vorankommens verwandeln.
Die kleinen Kreise, die wir in dieser Oase ziehen, können größer werden.
Nicht sofort.
Aber vielleicht Stück für Stück.
Spüre in dich hinein. Und solltest du irgendetwas, ja zum Beispiel an diesem Text persönlich nehmen oder in eine bewertende Haltung geraten, dann frag dich einfach:
Was genau triggert mich?
Ist es der Text?
Oder ist es ein tieferer Anteil, der auf einer anderen Ebene gehört werden möchte?
Und wenn du auch noch etwas zu sagen hast: Sag es. Schreib es auf. Besprich dich.
Aber versuche, die destruktive Haltung zu verlassen. Denn sie verletzt dich selbst und vielleicht auch andere.
Ich genieße jetzt noch den See und die Herbstsonne und stelle mir heute keine Fragen mehr. Hoffentlich ;-)
Ich bereite den morgigen Kurs vor und freue mich aufs gemeinsame Tanzen und Trainieren.
Übrigens, du kannst jederzeit Einsteigen, die Kurse sind noch nicht voll.
Ich freue mich auf euch.
Und auf die Oase. :-) Ich arbeite dran!




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