top of page

Ich bin Mensch. Das esse ich. Das tut mir gut.

2. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wenn das immer so einfach wäre.

es ist eben nicht so leicht herauszufinden, was uns wirklich guttut.

Dabei spielen natürlich unser Standort – also die Frage, wo wir leben – und auch das Klima eine große Rolle.

FOTO: DORIS BEIM TÖPFERKURS :-)
FOTO: DORIS BEIM TÖPFERKURS :-)

Leider vergessen wir im Alltag viel zu oft, wie wichtig unsere Nahrung für unser Wohlbefinden ist. Und gerade in beruflichen Situationen wird es uns nicht immer leicht gemacht, wenn wir uns bewusst und vernünftig ernähren möchten.

Das schnelle Weckerl beim Bäcker und das manchmal eher furchtbare Kantinenessen können uns da schnell einen Strich durch die Rechnung machen.


Wichtig wäre zunächst, uns diese Situationen überhaupt bewusst zu machen.

Auch wie wir essen, spielt eine Rolle. Nahrung bewusst zu uns zu nehmen, sollte möglichst ruhig und entspannt passieren, und nicht schnell unter Zeitdruck in einer halben Stunde zwischen zwei Terminen.

Ich spreche aus Erfahrung. ;-)


Die Mitte – Erde, Milz und Magen


In der TCM steht die Nahrung für unsere Mitte, für das Element Erde und damit für die Organe Milz und Magen.

Man könnte sich das Verdauungssystem in der TCM wie einen kleinen Kreislauf vorstellen:

Wir kauen, hoffentlich so gut, dass die Nahrung bereits im Mund gut vorbereitet wird. Dann geht es weiter Richtung Magen.

Der Magen empfängt und verarbeitet die Nahrung und leitet sie weiter nach unten. Die Milz hingegen übernimmt in der TCM die Aufgabe, aus der Nahrung das für den Körper Wertvolle zu gewinnen und diese Essenz nach oben zu transportieren, unter anderem in Richtung Lunge und Herz.

Diese energetische Richtung von oben und unten, nach innen und außen ist in der TCM wesentlich für ein gut funktionierendes Verdauungssystem.

Und dafür braucht es natürlich noch mehr.


Das Feuer unter dem Kochtopf

In der TCM spielt auch das sogenannte Nieren-Yang, das Feuer im Bereich der Niere, eine wichtige Rolle.

Stelle dir einen Kochtopf vor: Unten braucht es ein gutes Feuer, damit die Nahrung überhaupt richtig „gekocht“ und verarbeitet werden kann.

Ist dieses Feuer zu schwach, kann sich das auch auf die Verdauung auswirken. Besonders schwer verdauliche Nahrung kann dann zur Herausforderung werden.

Deshalb liebt der Magen in der TCM vor allem eines: Regelmäßigkeit, Wärme und Ruhe.

Er möchte pünktlich versorgt werden und seine Nahrung in entspannter Atmosphäre aufnehmen. Und Nahrung beginnt nicht erst auf dem Teller. Auch unsere Gedanken, unsere Gefühle und das, womit wir uns täglich beschäftigen, „füttern“ unsere Mitte. Was wir aufnehmen – körperlich wie geistig – darf verdaut und verarbeitet werden.Auch sehr große Portionen, hier geht es wieder um die Nahrung, sind nicht unbedingt das, was ihm guttut.

Und er liebt es gekocht, warm und leicht verdaulich, zum Beispiel in Form von Suppen und Eintöpfen.

Dann hat er schlicht weniger Arbeit.

Auch beim Trinken lohnt sich ein bewusster Umgang: Sehr große Mengen Flüssigkeit direkt zu den Mahlzeiten verdünnen die Magensäfte und das kann die Verdauung zusätzlich belasten.


Was mag die Milz?

Die Milz mag in der TCM vor allem eines nicht: zu viel Feuchtigkeit.

Damit ist nicht einfach Wasser gemeint, sondern das TCM-Konzept der sogenannten „pathogenen Feuchtigkeit“.

Bestimmte Ernährungsweisen können diese Feuchtigkeit begünstigen, zum Beispiel sehr viele Milchprodukte, Weißmehl- und Backwaren, Fertignahrung, sehr viel Rohkost oder stark verarbeitete Lebensmittel.

Natürlich geht es dabei nicht um ein striktes „Das darfst du nicht essen“.

Es geht vielmehr um die Frage:

Was bekommt mir?

Was kann mein Körper gut verarbeiten?

Und was bringt meine Mitte aus dem Gleichgewicht?


Ein einfacher Rhythmus

Wenn wir unsere Mitte stärken möchten, können wir schon mit kleinen Dingen beginnen.

In der Früh darf es ein gutes, warmes Frühstück sein.

Mittags ist eine gekochte Mahlzeit ideal. Setze dich hin und esse bewusst.

Am Abend eher eine kleinere Portion, nicht zu spät und, wenn es für dich passt, gerne etwas Leichtes wie eine Suppe.

Denn auch die Nacht gehört zur Regeneration.

Wenn der Körper nicht bis spät in die Nacht mit einer schweren Mahlzeit beschäftigt ist, kann er seine Aufmerksamkeit anderen wichtigen Aufgaben widmen.

Und ausreichend, erholsamer Schlaf unterstützt wiederum unsere Regeneration und – aus Sicht der TCM – auch das Wasserelement mit Niere und Blase.

Vielleicht ist es also gar nicht die eine perfekte Ernährungsform, die wir suchen müssen.

Vielleicht beginnt gesunde Ernährung viel einfacher:

Hinspüren. Bewusst machen, Bewusst essen. Den eigenen Körper beobachten. Und herausfinden:

Ich bin Mensch.

Das esse ich. Was esse ich?

Tut es mir gut?

Und vielleicht machst du dir bewusst, wo kommt deine Nahrung her.

 
 
 

Kommentare


bottom of page